Unsere Waldkindergartengruppe, die Waldwichtel

 

 

„Kindergarten unterm Blätterdach“

Konzeption für die Waldkindergartengruppe

In der Konzeption unserer Einrichtung sind umfassend alle Grundlagen unserer Betreuungs- und Bildungsarbeit festgelegt und gelten auch für die Waldkindergartengruppe, die ab August 2010 als weitere Gruppe unseres Kindergartens eingerichtet worden ist.

In der Erweiterung unserer Angebotsstruktur sehen wir eine Bereicherung unseres pädagogischen Angebotes für Kinder und Familien. Die große Resonanz in Form der Anmeldung für diese Gruppe zeigt uns, dass diese Betreuungsform dem Bedarf von Familien in unserem sozialen Umfeld entspricht.

Im Hinblick auf die Bedürfnisse der Familien, haben wir unsere Konzeption dieser Gruppe folgendermaßen gestaltet:

a)      Öffnungszeiten: Die Waldkindergartengruppe ist vormittags von 7.15 Uhr bis mittags 12.30 geöffnet. Dabei können die Eltern ihre Kinder bis 8.30 Uhr zum vereinbarten Treffpunkt bringen. Alle Kinder können mittags mit dem Bus vom Waldkindergarten bis ins Dorf fahren und dann im Hauskindergarten abgeholt werden.

b)      Als Treffpunkt und Unterschlupf bei plötzlich auftretendem Wetterumschwung steht den Kindern eine große Holzhütte zur Verfügung. Bei langanhaltenden Extremwetterperioden sind die Kinder herzlich eingeladen, mit den Kindern der Farbkleckse im Kindergarten zu spielen. Diese Gruppen arbeiten in enger Kooperation für die „Wackelzahngruppe“ auch mit den Waldwichteln. Diese Besuche aufgrund von schlechtem Wetter erleben wir recht selten die Waldwichtel werden dann immer mit großem „Hallo“ und Freude aufgenommen, weil die Kinder es als schön erleben, wenn auch die Freunde aus der Waldkindergartengruppe im Kindergarten sind. Als Treffpunkt für den Abschlusskreis steht ihnen dann der Bewegungsraum im Kindergarten zur Verfügung. Grundsätzlich gehen die Kinder und Erzieherinnen bei jedem Wetter in den Wald.

c)      Stundenbuchung: alle gesetzlich vorgegebenen Möglichkeiten können angeboten werden! Bei einer Buchung von mehr als 25 Std. bieten wir die Nachmittagsbetreuung gemeinsam mit den Kindergartengruppen im Hauskindergarten an. Von dort aus werden am Nachmittag verschiedene Angebote außer Haus in Anspruch genommen. So sind am Montagnachmittag ein Teil der Kinder zum Bewegungsangebot in die örtlicheTurnhalle eingeladen. Am Dienstagnachmittag sind die Wackelzähne zumeist auf Exkursionstour mit verschiedenen Zielen wie  die Feuerwehrstation, in den Waldkindergarten, Bäckereibesuche, Spaziergänge und vieles mehr.  Am Donnerstagnachmittag ist Spielplatznachmittag an dem bewusst wechselnden Gruppen auf unserem oder den umliegenden Spielplätzen Lernerfahrungen angeboten werden.

d)     Gruppenform: Unsere Waldgruppe ist als Gruppenform III konzipiert, so dass nur Kinder von 3 bis 6 Jahren aufgenommen werden.

e)      Gruppengröße: Die Waldkindergartengruppe bietet 15 bis 20 Plätze!

f)       Personal: Neben zwei Fachkräften ist der Einsatz einer Ergänzungskraft vorgesehen.

g)      Aufnahmekriterien: In Zusammenarbeit mit den Eltern, wurde festgelegt, dass als erstes das Alter der Kinder entscheidend ist. Die ältesten Kinder werden bevorzugt. Ausgehend von den Erfahrungen im Anmeldeverfahren, erwarten wir eine Altersmischung entsprechend der Vorgaben für die Gruppenform und auch die Ausgewogenheit der Geschlechter.

h)      Es wird eine Warteliste geführt, mit dem Vorrang auf einen Platz in der Gruppe den Aufnahmekriterien entsprechend.

i)        Über die besonderen Anforderungen zum Gefahren- und Gesundheitsschutz sind die betreuenden Kollegen/innen umfassend informiert.

j)        Die Erste-Hilfe-Ausrüstung und eine telefonische Erreichbarkeit sind gewährleistet.

Als Erweiterung unserer Konzeption im Hinblick auf die besondere Umgebung in der Waldkindergartengruppe sollen hier noch einige Punkte benannt werden:

Körperliche Gesundheit:

Die körperliche Gesundheit der Kinder wird durch den ständigen Kontakt mit der Natur gefördert: Dadurch, dass die Kinder fast immer in Bewegung sind, entwickeln sie eine gute Kondition. An fallende Temperaturen und nasskalte Witterung gewöhnen sich die Kinder schnell. Sie bekommen durch den regelmäßigen Aufenthalt in der freien Natur nicht nur selten Infekte, sondern das Immunsystem wird durch diese Reize sogar gestärkt. Es gibt nachweislich weniger Verletzungen als in Regelkindergärten, da der Bewegungsapparat in besonderem Maße gestärkt wird.

Die Schulung der Sinne:

Kinder nehmen die Welt weniger über das Denken, als über die Sinne wahr. Die Welt offenbart sich den Kindern über riechen, schmecken, tasten, sehen, hören. Blüten duften, Rinde ist rau, Moos ist weich, Blätter tanzen im Wind, Vögel singen. Dadurch erhalten die Kinder einen unmittelbaren Zugang zur Natur, sie können sie im wahrsten Sinne des Wortes be-greifen.’

Vorbereitung auf die Schule:

Studien belegen:

Kinder aus Waldkindergärten sind in den ersten Klassen den Kindern aus Regelkindergärten an allgemeiner Reife voraus (auch Stillsitzen und Konzentration!).

Die Erfahrungen im Waldkindergarten prägen die Kinder für ein ganzes Leben (Durchsetzungsvermögen im Beruf, stabile und starke Persönlichkeiten in Führungssituationen,..).

Waldkindergartenkinder werden nicht weltfremd erzogen, sie verbringen ja den Rest des Tages zu Hause oder im Hauskindergarten. Malen, Wissensvermittlung, Verkehrserziehung, gestalterische Angebote und Angebote aus allen Bildungsbereichen sind im Wald und im Hauskindergarten gleichermaßen möglich. Die Kinder haben sogar den Vorteil, den üblichen Alltag zu Hause und im Kindergarten mit einer Fülle an Wald-Erlebnissen und Erfahrungen zu bereichern.

 

Stille im Wald:

Stille und Ruhe sind in der heutigen Zeit ungewohnt und deshalb von unschätzbarem Wert. Die Möglichkeit, ohne störende Reize von Außen genau hinzuhören und ohne Eile zu beobachten, schafft Raum für Gelassenheit und Ruhe, fördert das Wohlbefinden und die innere Ausgeglichenheit, sowie die Konzentrationsfähigkeit.

Freispiel im Wald:

In den ersten fünf Lebensjahren werden die wichtigsten motorischen Fertigkeiten gelernt. Das Spiel hat als Urbedürfnis  einen sehr hohen Stellenwert in der Entwicklung des Menschen. Spiel bedeutet Lebensaneignung. Kinder die viel und ausgiebig spielen, werden in ihrer Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit, Wahrnehmungs- und Beobachtungsfähigkeit, Belastbarkeit, Sprechfertigkeit und Intelligenz gefördert.

Das Kindergartenkind benötigt besonders das freie Spiel. Hier kann es üben, an seine Grenzen zu gehen, im selbst gewählten Rollenspiel Verantwortung zu übernehmen, Spannungen auszugleichen, Konflikte auszutragen, Geduld mit anderen zu haben.

Der beste Raum dafür ist die Natur. Sie ist der Ursprung allen Lebens und mit den Gegebenheiten der Natur wird der Bezug dazu hergestellt. Erfahrungen werden aus erster Hand und mit allen Sinnen gemacht. Das Spiel in dieser Umgebung ist sowohl zweckfrei, als auch zweckgebunden. Beim Spiel mit Naturmaterialien sind keine Grenzen gesetzt-, sie finden sich von alleine.

So bietet der Wald Platz und Raum um sich frei zu bewegen. Platz zum Lachen, Weinen, Tanzen, Träumen,…..,zum „Kindsein“ im wahrsten Sinne. Die atmosphärische Wirkung der Naturelemente und –räume vermittelt Ruhe und Geborgenheit, weckt Abenteuerlust und Erfindergeist. Naturmaterialien wie Steine, Stöcke, Moos, Tannenzapfen, Blätter, Gräser verführen zu phantasievollem Spiel, inspirieren zu Experimenten und entfachen neue Ideen.

Körper, Geist und Seele befinden sich im Einklang, so ist eine gesunde Entwicklung möglich.

Vermittlung religiöser Werte:

Das tägliche, unmittelbare Erlebnis in der Natur ermöglicht einen ganz intensiven Zugang die Wunder der Schöpfung den Kindern zu vermitteln.

Ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Natur ist ein Grundwert der christlichen Haltung gegenüber uns selbst und den Mitmenschen, der in der Waldkindergartengruppe täglich gelebt wird.

Das Erleben religöser Rituale wie das gemeinsame Gebet vor dem Essen und als Abschluss des Vormittages stärken das Gefühl der Einheit mit Gott und den Mitmenschen.

Die Teilnahme oder eigenständige Feier der religiösen Feste im Jahreskreis in der Waldkindergartengruppe oder im Hauskindergarten bringen den Kindern die Grundsätze unseres Glaubens nahe.

Besondere Beachtung in der Konzeption der Waldkindergartengruppe im Gegensatz zum Hauskindergarten verdient die Ausrüstung der Kinder. Deshalb soll sie hier auch beschrieben werden.

 

Notwendig sind:

  • Dünne haltbare Regensachen, die die Bewegungsfreiheit nicht einschränken!
  • Buddelhose
  • Wasserfeste Schuhe, Stiefel (ungefütterte Gummistiefel sind im Winter zu               kalt  und im Sommer schwitzt man leicht darin) für Sommer und Winter
  • Schuhe müssen für Wanderungen geeignet sein
  • Mütze, Schal, Handschuhe für den Winter, Handschuhe mit einem verlängerten Schaft sind geeignet und auch Mützen, die rundum fest anliegen und nicht durch Bewegung abrutschen.
  • Dünne lange Hosen und T-Shirts für den Sommer
  • Kopfbedeckung für den Sommer, am besten auch über den Nacken gehend
  • Alle Kleidungsstücke sollten mit Namen versehen sein!!!
  • Die Kinder sollen immer ein ganzes Set Wechselkleidung haben, damit sie nach nassen Touren umgezogen werden können.
  • Die Kinder sollen einen gut sitzenden ausreichend großen und wasserfesten Rucksack haben!
  • In den Rucksack muss eine große Butterbrotdose passen (die Kinder gebrauchen ein gutes und ausreichendes Frühstück, weil der Hunger an der frischen Luft größer ist).
  • Weiterhin eine Trinkflasche, die kalte Getränke kalt und warme Getränke warm hält. (warme Getränke im Winter bitte nicht heiß einfüllen, das trinken die Kinder nicht!)
  • In den Rucksack hinein gehört auch eine Isomatte oder Isokissen!

Herzlich willkommen in den drei Dörfern zum Wohlfühlen…